Diese Webseite nutzt Cookies

Diese Webseite nutzt Cookies, um Ihnen bestimmte Funktionen zur Verfügung stellen zu können und Ihnen die Nutzung der Webseite zu erleichtern. Einige dieser Cookies sind technisch zwingend notwendig, um gewisse Funktionen der Webseite zu gewährleisten und können nicht deaktiviert werden.

Neben den technisch notwendigen Cookies verwenden wir einige Cookies, die dazu dienen, Informationen über das Benutzerverhalten auf dieser Webseite zu gewinnen und unsere Webseite auf Basis dieser Informationen stetig zu verbessern.

Sie können im Folgenden selbst entscheiden, ob Sie der Verwendung von Cookies zur Erfassung des Benutzerverhaltens zustimmen oder diese ablehnen. Vorher wird Ihr Besuch dieser Webseite nicht von uns erfasst.

Ihre persönlichen Einstellungen zu Cookies können Sie jederzeit ändern, indem Sie unten im Fenster auf "Cookie-Einstellungen" klicken, nachdem dieser Dialog geschlossen wurde.

VERDICHTERSTATION AN DER NORDSCHWARZWALDLEITUNG

Um die Versorgung mit Erdgas in Baden-Württemberg langfristig zu gewährleisten, baut terranets bw die Gasinfrastruktur bedarfsgerecht aus. Eine dieser Netzausbaumaßnahmen ist der Bau einer Verdichterstation für Erdgas an der Ferngasleitung Nordschwarzwaldleitung.

Der Netzentwicklungsplan Gas (NEP Gas) enthält alle nationalen Maßnahmen zur Optimierung, Verstärkung und zum bedarfsgerechten Ausbau des Netzes sowie zur Gewährleistung der Versorgungsicherheit, die in den nächsten zehn Jahren netztechnisch für einen sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb erforderlich sind.

Bis Erdgas bei den Verbrauchern ankommt, legt es tausende Kilometer im Leitungsnetz zurück. Dabei reduziert sich der Gasdruck durch die Reibung des Gases im Leitungsrohr. Mithilfe sogenannter Verdichter kann der Gasdruck so erhöht werden, dass es mit ausreichend Druck weiterfließt.

Aufgrund des kontinuierlich steigenden Bedarfs an Transportkapazitäten in Baden-Württemberg plant terranets bw ab 2019 den Bau der Verdichterstation. Aus transporttechnischen Gründen ist es notwendig, dass der Verdichter südlich von Karlsruhe möglichst nahe der Nordschwarzwaldleitung errichtet wird. Die Inbetriebnahme der Station soll 2022 erfolgen.


Daten und Fakten

Größe Stationca. 1,5-2 ha (15.000-20.000 m²)
Eingangsdruck~ 40 bar
Ausgangsdruck ~ 75 bar
Max. Kapazität ~ 380.000 Nm³/h
Baubeginn 2019
Inbetriebnahme 2022

Ihre Ansprechpartner

Nils Höger
Projektleiter
Am Wallgraben 135, 70565 Stuttgart

Mail n.hoeger[at]terranets-bw.de 

Tel +49 (0) 711 7812-1283

Rebecca Penno
Projektkommunikation
Am Wallgraben 135, 70565 Stuttgart

Mail r.penno[at]terranets-bw.de 

Tel +49 (0) 711 7812-1266


Fragen & Antworten

Mithilfe einer Verdichterstation wird das Gas komprimiert und der Druck erhöht. Dadurch kann mehr Gas durch die Leitung transportiert werden. Die Transportkapazität der Leitung steigt – und somit auch die Versorgungssicherheit für die Verbraucher. In Deutschland gibt es rund 70 Verdichterstationen, die insbesondere bei erhöhtem Kapazitätsbedarf – das heißt vor allem im Winter – betrieben werden.

Das Erdgas erreicht in unterirdischen Leitungen die Verdichterstation mit einem Druck von 40 bar. Dort werden zuerst Staub und Feuchtigkeit herausgefiltert. Anschließend wird das Erdgas zum Verdichter geleitet und dort auf den erforderlichen Druck gebracht. Eine Gasturbine sorgt für die Energie, die beim Verdichtungsprozess benötigt wird.

Durch die Verdichtung erhitzt sich das Erdgas auf bis zu 70 °C. Deshalb wird es durch Gaskühler geleitet, die es wieder auf Betriebstemperatur herunterkühlen. Dann durchläuft das Erdgas eine Messstrecke, bevor es mit einem Druck von 70 bar wieder in die Fernleitungen der terranets bw eingespeist wird.

Die am Netz der terranets bw angeschlossenen Stadtwerke melden seit Jahren einen kontinuierlich steigenden Bedarf an Gastransportleistung – im Vergleich zu 2012 ist die Nachfrage unserer Stadtwerke um rund 20% gestiegen. Damit wir die Nachfrage bedienen können, benötigen wir die Verdichterstation an der Ferngasleitung „Nordschwarzwaldleitung“.

Der Standortauswahl gehen ausführliche Studien voraus, in denen wir neben gesetzlichen Vorgaben und technischen Notwendigkeiten verschiedenste Einflussfaktoren berücksichtigen. Hierzu zählen neben Schutzgebieten auch Abstände zu Wohnbebauung, Flächennutzungspläne und Hinweise der Gemeinden. Auch die Einschätzung der Träger öffentlicher Belange findet Berücksichtigung. Ist ein genehmigungsfähiger Standort gefunden, werden die Unterlagen zur Genehmigung beim Regierungspräsidium Freiburg als zuständige Genehmigungsbehörde eingereicht. Diese entscheidet, ob die Station am vorgeschlagenen Standort gebaut und betrieben werden darf.

Für den Bau und Betrieb einer Verdichterstation ist eine öffentlich-rechtliche Genehmigung gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) notwendig. Die zuständige Genehmigungsbehörde ist das Regierungspräsidium Freiburg. Um einen breiten Konsens mit allen Beteiligten zu erreichen, bindet terranets bw die betroffenen Kommunen und andere Betroffene frühzeitig mit ein.

Die Fernleitungsnetzbetreiber in Deutschland sind verpflichtet, durch Netzausbau eine zukunftssichere Erdgasversorgung zu gewährleisten. Als unabhängiger Transportnetzbetreiber für Erdgas in Baden-Württemberg ist terranets bw für den Bau der Verdichterstation verantwortlich.

Die geplante Verdichterstation beansprucht betriebsbereit eine Grundfläche von ca. 1,5 bis 2 ha (15.000 m² bis 20.000 m²). Dies entspricht in etwa einer Fläche von drei bis vier Fußballfeldern.

Für die Errichtung müssen zeitweise zusätzliche Flächen für die Baustelleneinrichtungs- und Baulagerfläche in Anspruch genommen werden.

Aufgrund von Zulieferverkehr über die Bewirtschaftungswege ist mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen. Nach Beendigung der Baumaßnahmen werden die temporär in Anspruch genommenen Flächen (Baustelleneinrichtungs- und Baulagerfläche sowie Zufahrtswege) wieder in den Ursprungszustand versetzt. Sofern es sich um eine landwirtschaftlich genutzte Fläche handelt, kann diese im Anschluss wieder bewirtschaftet werden. Flurschäden und Aufwuchsschäden, die durch die temporäre Nutzung entstehen, werden nach festen Sätzen entschädigt.

Bei Betrieb der Verdichterstation entspricht die Lärmbelastung am Zaun der Anlage rund 60 dB(A). Das ist vergleichbar mit einem Fernseher in Zimmerlautstärke. Die Lärmbelastung im Abstand von 350 m liegt dann bei rund 35 dB(A). Das erfüllt die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte für ein ruhiges Wohngebiet. Voraussichtlich wird der Abstand der geplanten Verdichterstation zum nächstgelegenen Wohngebiet mehr als 350 m betragen.

Bereits im Planungsprozess werden hinsichtlich der zu erwartenden Lärmemissionen Gutachten erstellt. Die Ergebnisse dieser Gutachten dienen der Festlegung und Dimensionierung der zur Einhaltung der gesetzlichen Lärmschutzgrenzen notwendigen Schallschutzmaßnahmen.

Der Betrieb und die Instandhaltung erfolgt durch Fachpersonal der terranets bw. Die Verdichterstation wird, wie das gesamte Fernleitungsnetz der terranets bw, durch die rund um die Uhr besetzte Dispatchingzentrale überwacht und gesteuert.

Die Einhaltung gesetzlicher und technischer Regelungen wird von der staatlichen Energieaufsicht überwacht, Änderungen müssen von staatlich anerkannten Sachverständigen ab-genommen werden. Die Aufsichtsbehörde der terranets bw ist die Landesbergdirektion des Regierungspräsidiums Freiburg.

Für die Bauphase und Inbetriebnahme einer Verdichterstation ist mit einem Zeitraum von rund zwei Jahren zu rechnen. Dieser Zeitraum beinhaltet die Grundstückserschließung, die Errichtung von Gebäuden, die Installation der Verdichtertechnik sowie die Wiederherstellung der Freianlagen auf dem Stationsgelände.

Um die Auswirkungen auf Natur und Umwelt zu minimieren, trifft terranets bw über den gesamten Bauprozess hinweg zahlreiche Vorkehrungen.

Nach der detaillierten Bestandsaufnahme und Bewertung von Natur und Landschaft werden die Auswirkungen auf die Schutzgüter Pflanzen, Tiere, Boden, Wasser, Klima/Luft, Landschaft und Mensch sowie auf Kultur- und sonstige Sachgüter geprüft und beurteilt. Dann werden Maßnahmen zur Vermeidung oder Verminderung von Beeinträchtigungen entwickelt sowie Ausgleichsmaßnahmen erarbeitet. Dazu gehört auch ein landschaftspflegerischer Begleitplan für das Betriebsgelände, der alle einzuhaltenden Rahmenbedingungen beim Bau der Station sowie die umzusetzenden Ausgleichsmaßnahmen regelt.

Nach Abschluss der Bautätigkeit wird die Umgebung rund um die Verdichterstation entsprechend dem Zustand vor der Baumaßnahme wiederhergestellt (Renaturierungsmaßnahmen). Nicht vermeidbare, bleibende Eingriffe werden durch entsprechende Maßnahmen ausgeglichen (Ausgleichsmaßnahmen).