Die Versorgungssicherheit mit Gas ist unter aktuellen Bedingungen gewährleistet, im Vergleich zu den Vorjahren ist sie aufgrund niedriger Speicherfüllstände angespannter.
Füllstände deutscher Gasspeicher
Die Füllstände der Gasspeicher in Deutschland liegen derzeit bei 61,7 Prozent und damit niedriger als in den Vergleichszeiträumen vergangener Jahre (Speicherfüllstände Oktober 2025: 76,7% / 2024: 96% / 2023: 95,5%). Grund dafür war der negative Sommer-Winter-Spread der vergangenen Monate, der Gashändlern wenige wirtschaftliche Anreize zum Einspeichern geliefert hat.
Diversifizierte Transportrouten erhöhen Versorgungssicherheit
Die aktuellen Speicherfüllstände sind das Ergebnis von Absicherungsstrategien der Gashändlern, jedoch für die sichere Gasversorgung nicht allein relevant. Neben den Gasspeichern wird die deutsche Versorgung durch Importe via Pipeline vor allem aus Norwegen sowie LNG-Importe aus mehreren Ländern gesichert. Nur ein geringer Anteil der europaweiten LNG-Importe stammen hierbei aus dem Mittleren Osten.
Deutschland hat die Versorgungsquellen für Gas in der Vergangenheit diversifiziert. Die durchgängige Verfügbarkeit der bestehenden Importrouten leisten einen weiteren Beitrag zur Stabilisierung der Versorgungslage. An kalten Wintertagen wird der deutsche Energiebedarf auch über Gasspeicher abgesichert. Bei Ausspeicherung auf Grund von niedrigen Temperaturen in den kommenden Monaten ist mit einem vergleichsweise niedrigen Speicherfüllstand am Ende des Winters zu rechnen.
Versorgungssicherheit im Netzgebiet von terranets bw
Dank der engen Abstimmung auf nationaler und europäischer Ebene gewährleistet terranets bw auch im Winter 2026/2027 die Versorgungssicherheit im gesamten Netzgebiet.
In einem Winter mit durchschnittlichen Temperaturen und üblichem Verbrauch wird derzeit nicht erwartet, dass es zu Versorgungsengpässen kommt. Die Versorgungslage im Winter könnte anspruchsvoller werden, wenn
- aufgrund von sehr niedrigen Temperaturen überdurchschnittlich viel Gas verbraucht werden würde
- wichtige Infrastruktur dauerhaft ausfällt, wie z.B. der Ausfall eines relevanten Grenzübergangspunktes, über den große Mengen an Gas importiert werden
- die tatsächlichen LNG-Importe über einen längeren Zeitraum mehr als 50 Prozent unter den verfügbaren LNG-Importkapazitäten liegen
Zusätzlich Maßnahmen zur Absicherung der Gasversorgung
Um sich auf eine mögliche Engpasssituation vorzubereiten, die beim Eintreten verschiedener Faktoren auftreten könnten, hat die Bundesregierung SEFE angewiesen, zusätzliche 8 Terawattstunden einzuspeichern.
Für Januar bis März 2027 hat die Trading Hub Europe GmbH (THE) reguläre LTO (Long Term Options) ausgeschrieben. Damit sollen zusätzliche Mengen Regelenergie gerade dann verfügbar sein, wenn die Versorgungslage angespannter wird, beispielsweise bei höherem Verbrauch oder niedrigerer Verfügbarkeit anderer Bezugsquellen. Für Süddeutschland sind zusätzliche Leistung in Höhe von 20,5 Gigawatt zur Absicherung vorgesehen. Diese Kapazitäten werden Speichern in Süddeutschland zugewiesen.
Gasspeicher in Süddeutschland
In Süddeutschland liegt der durchschnittliche Füllstand der Gasspeicher derzeit bei 31,9 Prozent und damit unter dem Bundesdurchschnitt. Die Speicherfüllstände bestimmen nicht unmittelbar die Transportkapazität von terranets bw. Sie beeinflussen jedoch, ob diese Kapazitäten insbesondere in einer länger anhaltenden Kälteperiode auch tatsächlich mit ausreichender Leistung und dem erforderlichen Druck genutzt werden können.
Dabei sind die süddeutschen Gasspeicher nicht allein ausschlaggebend für die Versorgungslage. Sie spielen jedoch eine wichtige Rolle, wenn kurzfristig auf mögliche Engpässe reagiert werden muss: Reichen die aus dem Norden nach Süddeutschland transportierten Gasmengen nicht aus, können die süddeutschen Speicher durch die Bereitstellung von Regelenergie unterstützen.
Für das Netzgebiet von terranets bw kommt es daher nicht nur auf den Gesamtfüllstand der deutschen Gasspeicher an. Entscheidend sind insbesondere auch die Füllstände und die Ausspeicherleistungen der Speicher in Süddeutschland.
Leistungsfähige Infrastruktur im gesamten Netzgebiet
Grundsätzlich muss zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit immer auch eine leistungsfähige Infrastruktur gegeben sein. Im Rahmen seiner Verantwortung für den Gastransport leistet terranets bw daher weiterhin unter enger Abstimmung mit allen Beteiligten, seinen Beitrag zur künftigen Energieversorgung.
Im Rahmen regelmäßiger Funktionstests überprüft terranets bw die Abläufe und Kommunikationswege mit nachgelagerten Netzbetreibern und angeschlossenen Letztverbrauchern. Dazu wird eine Engpasssituation realitätsnah simuliert. Die Ergebnisse des Funktionstests im September 2026 zeigen erneut: Die vorgesehenen Prozesse und Kommunikationswege funktionieren im Zusammenspiel aller Beteiligten zuverlässig.
















