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"Besonders spannend ist die internationale Zusammenarbeit "

Projektleiterin Stephanie Seybold gibt im Interview Einblicke zu RHYn Interco und einen Ausblick auf die nächsten Schritte des Wasserstoff-Projekts.

Was ist Ihre Aufgabe bei terranets bw? 
Seit einigen Jahren begleite ich die Wasserstoff-Transformation bei terranets bw. Dabei gibt es viele Aspekte und Akteure zu beachten – sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens. Dementsprechend vielseitig sind meine Aufgaben. In der Vergangenheit umfasste dies insbesondere die Gestaltung des Wasserstoff-Kernnetzes gemeinsam mit den anderen Fernleitungsnetzbetreibern. Auf regionaler Ebene habe ich außerdem viele Gespräche mit Kunden von terranets bw geführt, darunter Industrieunternehmen und Verteilnetzbetreiber, mit dem Ziel gemeinsam die Wasserstoff-Transformation zu entwickeln und voranzutreiben. Inzwischen ist eine meiner Hauptaufgaben die Projektleitung von RHYn Interco.

Wie wird man Projektleiterin für RHYn Interco?
In meinen neun Jahren bei terranets bw habe ich viele Erfahrungen im Bereich der Netzplanung gesammelt. Durch meine aktive Rolle beim Aufbau der Initiative "Wasserstoff für Baden-Württemberg" von terranets bw war ich unmittelbar an den zentralen Entwicklungen der Energiezukunft beteiligt. Dieses Know-how bildet heute die Basis, mit der ich das Projektteam steuere und wir gemeinsam RHYn Interco vorantreiben. 

Welche Herausforderungen bringt die Leitung des Projekts mit? 
Spannend ist insbesondere die internationale Zusammenarbeit, denn RHYn Interco soll Großabnehmer in Baden-Württemberg mit der Region Grand Est in Frankreich verbinden. Die neue Wasserstoffleitung soll dafür den Rhein zwischen dem Raum Fessenheim auf französischer Seite und dem Raum Bad Krozingen auf deutscher Seite queren. Um das zu realisieren, arbeiten wir mit dem französischen Gastransportnetzbetreiber NaTran zusammen. Die Versorgung der Großabnehmer wird dann über das Verteilnetz von Badenova Netze erfolgen. Auch die sehr dynamischen Entwicklungen in der Erzeugung und Nachfrage von Wasserstoff sind herausfordernd. Deswegen ist eine enge Abstimmung im Projektteam und mit unseren Partnern über den gesamten Projektverlauf essenziell, um Synergien in Planungsprozessen zu nutzen und Zeitpläne zu vereinen. 

Welche Bedeutung hat RHYn Interco für die Region?
Die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie – sowohl national als auch international – hängt maßgeblich davon ab, dass Energie- und Produktionsprozesse CO₂-neutral gestaltet werden. Die Ende 2024 veröffentlichte "Regionale Wasserstoffstrategie SüdwestBW" hebt die frühe infrastrukturelle Anbindung an internationale Wasserstoffkorridore hervor, um energieintensiven Unternehmen Versorgungssicherheit zu geben und die industrielle Wertschöpfung der Region zu erhalten. RHYn Interco kommt als grenzübergreifendes Projekt eine Schlüsselrolle zu, da es die Region am südlichen Oberrhein direkt an Wasserstofferzeugung in Frankreich und künftig an das European Hydrogen Backbone anbindet.

In welcher Phase befindet sich das Projekt derzeit und wie geht es weiter?
Aktuell arbeiten wir an der sogenannten Genehmigungsplanung. Konkret bedeutet es, dass wir die anstehenden Genehmigungsverfahren vorbereiten. Wir erstellen die erforderlichen Unterlagen für die Prozesse, darunter auch Vorschläge für den Trassenverlauf der 15 Kilometer langen Neubauleitung. Dafür sind wir im engen Austausch mit den Behörden und unseren Partnern. Im Verfahren mit öffentlicher Beteiligung wird der grundstücksscharfe Trassenverlauf dann von der Genehmigungsbehörde festgelegt.

Stephanie Seybold, vielen Dank für das Gespräch.

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